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Hoch die internationale Konnektivität

2002: Der Düsseldorfer Regierungspräsident verfügt, dass Links zu in den USA gehosteten und dort legalen Naziwebseiten in Deutschland blockiert werden müssen. Die Netzgemeinde protestiert laut und kreativ gegen diese Sperrverfügungen der Bezirksregierung. Mit im Boot der Proteste der IT-Branchenverband. Warum Netzsperren eine gefährliche Idee sind, beschreibt der CCC dauerhaft auf seiner Webseite.

2014: Der Europäische Gerichtshof verfügt, dass Google Links zu Webseiten sperren muss, auch wenn die Webseite völlig legale Inhalte verbreitet. Das netzpolitische Zentralorgan begrüßt das Urteil uneingeschränkt. In die selbe Kerbe schlägt Jan-Philipp Albrecht, Speerspitze der Netzpolitik im Europaparlament, ebenso die Lichtgestalt des deutschen Datenschutzes, der ehemalige Datenschutzbeauftragte des Bundes, Peter Schaar.

Auf der vergangenen re:publica rief der Internet-Vordenker Sascha Lobo dazu auf, Geld an netzpolitische Organisationen – wie etwa netzpolitik.org – zu spenden, um sie schlagkräftiger und wirkmächtiger zu machen. Vielleicht brauchen wir aber erstmal überhaupt eine Organisation und Vertreter, die mit unserem Geld dann mehr anfangen, als offensichtlichen und gefährlichen Unsinn plötzlich gut zu finden, nur weil er „den Datenschutz stärkt“.