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NSA-Skandal – Das Beste kommt erst noch?

Heute hat Glenn Greenwald zu den seit fast einem Jahr laufenden Snowden-Enthüllungen enthüllt, dass die „schockierendste“ Story erst noch kommt. Seit fast einem Jahr erfahren wir nun, dass NSA, GCHQ und die angeschlossenen Geheimdienste systematisch, das Internet, Kanzlerinnenhandies oder die komplette digitale Kommunikation ganzer Länder überwachen.

Die neue, und lt. Greenwald ja schockierendste, Story müsste das also alles noch in den Schatten stellen. Es muss wohl auch schlimmer als „Heartbleed“ sein, denn zum einen behauptet die NSA steif und fest, davon weder was gewußt noch es benutzt zu haben und zum anderen hätte Snowden – sofern die NSA hier wieder flunkert – ein Risiko *dieser* Größenordnung wohl kaum seit letztem Jahr für sich behalten.

Diese seit Monaten gefahrene Taktik, alle 14 Tage ne neue Folie aus der Sammlung Snowden zu zeigen fängt an zu riechen. Und zwar schlecht. Ich finde ja persönlich jetzt schon länger, dass „Alles. Jeden. Überall“ es als Fazit gut zusammenfasst und wir jetzt anfangen könnten, uns mal von der Empörung zu lösen und damit anfangen, ne Lösung für den ganzen Kladderadatsch zu finden.

Aber wenn da noch etwas offen ist, dass bspw. die Überwachung zahlreicher Regierungschefs oder von komplett Österreich noch in den Schatten stellt: Wie verantwortungsvoll ist diese Häppchentaktik inzwischen gegenüber den Überwachten, Ausspionierten und Abgeschnorchelten, die nun noch nicht in der Lage sind, sich technisch, sozial oder politisch dagegen zu wehren?

Mal angenommen, in den Powerpoints schlummert noch was vom Schlage Heartbleed, etwas, was nicht nur die Parteigespräche von Frau Merkel, die Surfgewohnheiten der Österreicher oder unsere Facebookchats betrifft. Etwas, was *noch* schockierender als all das ist. Etwas, was noch viel schlimmer als das sein muss, was wir bisher wissen, beziehungsweise erfahren durften.

Dann müssen wir das wissen. Und zwar jetzt. Wir können doch nicht die Hände in den Schoß legen, rumsitzen und uns lediglich darüber streiten, ob der Ex-Chef des NSA-Unteraussuchungsausschusses des Bundestages nun unter Druck oder ehrenhaften Motiven zurücktrat, während da draußen immer noch ein Geheimnis rumschwirrt, dass alles Bisherige  in den Schatten stellen soll.

Edward Snowden, Glenn Greenwald und die beteiligten Medienpartner sollten langsam damit aufhören, alle zwei Wochen von vorn zu sagen „Die NSA spioniert uns aus“. Das haben wir inzwischen klar und deutlich verstanden. Sie sollten jetzt alles auf den Tisch packen, damit wir endlich vollständig erfahren, wo unsere Kommunikation und unser Leben – neben den bisher schon bekannten – noch gefährdet ist.

Oder wir skippen das ganze Theater, kapieren endlich, dass die Geheimdienste dieser Welt samt und sonders alles überwachen, speichern und auswerten, was ihnen in die Finger fällt und versuchen das halt mal final zu lösen. Man muss ja jetzt nicht gleich, wie so manch verirrte Seele mal forderte, die NSA-Zentrale anzünden, aber Geheimdienste abschaffen wäre vielleicht ein Anfang.