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Fototagging ist Datenkontrolle

Nach Google+ und Facebook kann man nun auch bei Twitter Personen auf Fotos taggen – also an den Tweet dranhängen, welche @twitterer auf dem Bild zu sehen sind.

Im Gegensatz zu G+ und Facebook kann man aber nicht direkt klicken welches Gesicht zu welchem Mensch gehört. Und natürlich kann man auch die Person Gumbo Fröhn taggen, obwohl da eigentlich Limbo Uffnick zu sehen ist, denn im Grunde ist die Funktion nur eine neue Art, jemanden zu mentionen.

Es findet nämlich keine Gesichtserkennung statt und so spart das eigentlich nur Zeichen, weil man die Abgebildeten nicht mehr separat erwähnen muss – die Tags gehen nicht mehr von den 140 Zeichen ab. Eigentlich muss Twitter nur aufpassen, dass es dabei Blocklisten usw. berücksichtigt, damit man nicht über eine Hintertür belästigt wird.

Ich finde sowas ja toll. Wenn man mich auf Fotos taggen kann und – wichtig! – ich darüber informiert werde, dann weiß ich, wo Bilder mit mir in der Öffentlichkeit rumschwirren. Ich kann mich dann drüber freuen. Oder, wenn jemand damit Mist baut, habe ich dadurch die Möglichkeit, den Rechtsstaat draufzuwerfen.

Das man mich auf Fotos in sozialen Netzwerken taggen und markieren kann gibt mir also ein Stück Kontrolle über meine Daten zurück. Das ist doch super. Noch superer wäre aber, wenn die Anbieter eine solche Funktion automatisieren und mich per Gesichtserkennung über die Veröffentlichung von Bildern mit mir drauf informieren müssten.

Ich hätte gern einen wöchentlichen Digest von G+, Facebook, Twitter und Co. mit „Es wurde hier, dort und da ein Bild veröffentlicht, auf dem vermutlich Du zu sehen bist. Bitte klicke hier, um das Bild zu sehen. Du möchtest auf dem Bild nicht veröffentlicht sein? Bitte klick hier, um das Bild zu melden und Dein Gesicht zu verpixeln“. Naja, oder so in der Art.

Wenn es diese Technik der Gesichtserkennung nun mal gibt müssen wir irgendwie lernen, damit umzugehen und dann wäre es doch besser, mir Möglichkeiten zu geben, dem vermeintlichen Kontrollverlust gegenzusteuern und meine informationelle Selbstbestimmung tatsächlich wahrnehmen zu können.

(Text zuerst hier erschienen)