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Goodbye, Farewell and Amen

Meine dann doch nicht gehaltene Abschlußrede auf meinem letzten Piratenparteitag als Vorstand. Es hätte das gesprochene Wort gelten sollen.


Ich bin 2012 mit drei Schwerpunkten angetreten: Liquid Feedback „2.0“ einführen, Vorstandsarbeit (noch) transparenter gestalten, Innerparteiliche Meinungs- und Willensbildung fördern. Ich habe davon Vieles, aber nicht alles erledigen können und auch nicht alles hat geklappt.

Daneben haben sich im Lauf der Zeit weitere Schwerpunkte ergeben, z.B. habe ich die BPT-Orga übernommen. Ich durfte mich auch um die juristischen Herausforderungen kümmern. Nach einem, nunja, zähen Start habe ich die Rechtsabteilung durch das Justitiariat ersetzt, was offenbar eine meiner besseren Ideen war.

Ich möchte mich aber noch explizit bei Udo Vetter, Christian Löffelmacher und Dominik Boecker bedanken, die uns mehrfach neben der Rechtsabteilung bzw. dem Justitiariat anwaltlich vertreten oder beraten haben. Ohne sie und die beiden Justitiare wären einige rechtliche Fragen wohl heute noch unbeantwortet.

Ich durfte nebenbei auch ein wenig Pressearbeit lernen, hab’s in diverse Interviews und einmal auf den Titel der Print-WELT geschafft, habe mit einem Vortrag 200€ verdient und konnte vielleicht ein klein wenig dazu beitragen, dass sich Rechtsextremisten, Antisemiten und andere Arschlöcher bei uns mehr und mehr unwohl fühlen.

Mit diesem Wochenende enden für mich 1,5 Jahre im Bundesvorstand und beginnt eine Zeit, in der mein persönlicher Schwerpunkt wohl außerhalb der Piratenpartei liegen wird. Ich bin wieder Schiedsrichter, ich coache wieder den Schirinachwuchs, ich habe jetzt wieder Zeit für mein Studium. Und ganz ehrlich: Ich freu mich drauf. Apropos freuen:

Einige von Euch hier im Saal und am Stream und auf Twitter werden sich wie Bolle freuen, dass ich nun aufhöre. Das ist OK und mir auch ein bisschen egal, denn von den meisten die den heutigen Tag nicht erwarten konnten, hab ich eh nur dummes Zeug an den Kopf geworfen bekommen.

Meine bescheidene Hoffnung ist aber, dass unter Euch auch ein paar, vielleicht auch ein paar mehr, sind, die es nicht bereuen, dass sie mich vor 1,5 Jahren in dieses Amt gewählt haben oder die ich in dieser Zeit davon überzeugen konnte, dass sie mich guten Gewissens hätten wählen können.

Für mich geht eine sehr spannende und abwechslungsreiche Zeit zu Ende. Es war nicht immer schön, es war oft echt nervig und manchmal auch verletzend. Dennoch; Ich habe viel gelernt, es hat ab und zu wirklich Spaß gemacht und ich gehe heute mit dem Wissen, dass ich letzten Endes ganz vernünftig abgeliefert habe.

Ich danke Euch, für mich war’s das hier als Vorstand. Wenn jemand knuddeln will, ich bin das ganze Wochenende noch hier. Macht’s gut!