in Statements

Das D in Internet steht für Deutschland

PRISM, Tempora, XKeyscore und Co. sind überall (pun intended). So allumfassend wie die Beobachtung des Internets durch diese Programme, so vielfältig sind die Reaktionen darauf.

Man solle nun beispielsweise keine amerikanischen Dienste nutzen, Facebook meiden, Google weiträumig umfahren. Ja, sogar das Safe-Harbor-Abkommen wird in Frage gestellt und soll zur Not eben aufgekündigt werden. Datenübermittlung in die USA wird verboten. Deutsche Datenströme muss man kontrollieren und schützen.

Wait. What?

War es nicht grundlegendes Prinzip des Internets, eben nicht so einfach technisch kontrollierbar zu sein? Wie schützt man dann nun „das deutsche Internet“? Wenn man das zu Ende denkt, müssten wir dann nicht eine „Great Firewall of Germany“ bauen oder dem Iran nacheifern und mit „SchlandNet“ gar ein eigenes Netzwerk anbieten?

Und dann leben wir alle plötzlich friedlich händchenhaltend und singend bis ans Ende unserer Tage auf der Insel der Glückseligen, wie die kleinen glitzernden Feen im Klinker-Klunker-Land? Digitale Einsiedelei aus Angst vor dem Überwachungstod? Das kanns jetzt aber auch nicht sein.

Wie gehen wir denn damit um, dass diese Gesellschaft nun mal öffentlich im Internet lebt und kommuniziert? Wie gehen wir damit um, das viele der mitgelesenen Dinge quasi öffentlich passieren? Wie nehmen wir den Geheimdiensten diese unheimliche und nicht greifbare Macht über uns wieder weg?

Der Rückzug auf nationale Netzinseln kann und darf jedenfalls nicht die Antwort sein.